
Genießen im „Café Deru“ an der Ebersteinstraße „Sahlep“: Emine Akyüz und Gönül Eksi (vorne, von links) sowie Neva Akyüz und Ursula Petrovic (hinten, von links).
Nichtalkoholische und alkoholische Getränke wie „Cay“ (schwarzer Tee), der türkische „Mokka“ oder der „Raki“ genannte Anisschnaps sind in Deutschland bekannt. Im Winter werden aber in der Türkei die im Ausland weniger bekannten Getränke „Sahlep“ und „Boza“ getrunken. „Sahlep“ ist ein heiß serviertes Milchgetränk aus Sahlep-Pulver. Im Original wird es aus Wurzelknollen verschiedener Orchideenarten gewonnen. Die getrockneten Wurzeln werden zu Pulver zermahlen und in Lebensmitteln wie Pudding, Milch und Eis als Verdickungsmittel eingesetzt.
Für die Zubereitung braucht man fünf Zutaten: Milch, Speisestärke, Zucker, Vanille und Zimt. Alle Zutaten außer Zimt werden in einen Topf gegeben, klumpenfrei verrührt und anschließend auf dem Herd unter ständigem Rühren zum Kochen gebracht, bis das Ganze schön eindickt. Das „Sahlep“ wird nun in Tassen umgefüllt, mit Zimt bestreut und heiß getrunken. Es schmeckt wie warmer, flüssiger Pudding. „Boza“ besteht aus leicht fermentiertem Weizen, Mais oder Hirse. Es ist ein süß-saures Getränk mit circa einem Prozent Alkohol, etwas zwischen Kefir und Bier. Es wird oft mit einem Löffel unter Zugabe einer Prise Zimt und Leblebi (gerösteten Kichererbsen-bohnen) gegessen. „Boza“ wird besonders in den Wintermonaten konsumiert, da es durch seine probiotischen Inhaltsstoffe das Verdauungssystem unterstützt.
Levent Bicer für die Deutsch Türkische Gesellschaft, Pforzheimer Zeitung vom 24.12.2024